Angela Merkel: „Wir sind jetzt in der dritten Welle“ – WELT

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„Wir sind jetzt in der dritten Welle“

„Geht es nach der Bundeskanzlerin, wird der Lockdown verlängert“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen Stufenplan zur Lockerung des Lockdowns ins Gespräch gebracht. Gleichzeitig sagt sie, Deutschland sei in der dritten Welle. Eine Öffnung scheint somit noch in weiter Ferne zu liegen, so WELT-Reporter Michael Wüllenweber.

In der Online-Sitzung der Unionsbundestagsfraktion am Dienstag sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Wir sind jetzt in der dritten Welle.“ Sie sprach sich für vorsichtige Öffnungsschritte aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Online-Sitzung der Unionsbundestagsfraktion zu vorsichtigen Öffnungsschritten in der Corona-Pandemie gemahnt. „Wir dürfen jetzt keine Wellenbewegungen bekommen“, sagte sie am Dienstag mit Blick auf Virusmutationen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen gegenüber Reuters und RTL/n-tv. „Wir sind jetzt in der dritten Welle“, habe die Kanzlerin hinzugefügt.

Wenn die Länder Öffnungsschritte gingen, müsse es dann auch die Perspektive geben, dass Einrichtungen nach einer Öffnung offen bleiben könnten. Es werde niemandem ein Gefallen getan, „wenn wir wieder schließen, was wir einmal aufgemacht haben“. Möglichkeiten der Schnelltests und Selbsttests ermöglichten aber eine bessere Abfederung der Öffnungsschritte als im Jahr 2020, sagte die Kanzlerin.

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Merkel konkretisierte ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten. Es gebe drei Stränge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Kanzlerin nannte die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirtschaftsbereich.

Merkel: Pfad bis in den Sommer finden

Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 3. März sollten hier Öffnungsschritte erarbeitet werden, machte Merkel demnach deutlich. Dann solle vereinbart werden, unter welchen Umständen diese Schritte gemacht werden könnten. Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Bei den drei Strängen gehe es um persönliche Kontaktbeschränkungen und Möglichkeiten, sich in bestimmten Gruppen zu treffen, sagte Merkel demnach weiter. Beim zweiten Strang gehe es um Bildungsfragen – nach den Grundschulen die höheren Klassen, die weiterführenden Schulen, die Berufsschulen sowie die Universitäten. Der dritte Strang habe zu tun mit den Wirtschaftsfragen – Geschäfte, Restaurants sowie eines Tages Hotels, sagte Merkel. Sie zählte dazu auch den Sport in Gruppen und kulturelle Veranstaltungen.

Am besten könne man sich Pakete vornehmen, bei denen man nicht nur aus einem Strang etwas nehme, sondern wo man sinnvoll versuche, aus den verschiedenen Lebensbereichen Dinge zusammenzuführen, schlug Merkel demnach vor. Nach den einzelnen Öffnungsschritten müsse überprüft werden, dass man nicht wieder in ein exponentielles Wachstum komme.

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Sollte dies geschehen, werde man sehr schnell wieder in einer Situation sein, in der das Gesundheitswesen überlastet sein könne. Bei einem Verdopplungszyklus von zehn oder 14 Tagen sei man dann sehr schnell bei sehr hohen Zahlen.

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