Corona und Jugend: Junge Männer als Verlierer – WELT

Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann mit Schwerpunkt Jugend-, Bildungs- und Gesundheitsforschung gehört zu den wichtigsten Sozialisationsforschern Deutschlands. Er ist Teil des Leitungsteams der World Vision Kinderstudien und der Shell Jugendstudie. Zuletzt war er an der Studie Junge Deutsche 2021 beteiligt.

WELT: Herr Hurrelmann, demnächst erscheint die von Ihnen und Simon Schnetzer durchgeführte repräsentative Studie Junge Deutsche 2021, die sich auch mit den Folgen der Corona-Krise befasst hat. Was ist das wichtigste Ergebnis?

Klaus Hurrelmann: Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Bild der feierwütigen Jugend, die AHA-Regeln ignoriert und keine Rücksicht auf Risikogruppen nimmt, nicht stimmt. So gaben zwei Drittel der Befragten an, auf Partys zu verzichten, weil sie Freunde und Familie nicht gefährden wollen.

Das Tragen einer Maske sowie die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln wurde von 73 Prozent befürwortet. Gut ein Viertel der Befragten zeigte sich allerdings weniger verantwortungsbewusst. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um junge Männer mit einem tendenziell niedrigen Bildungsniveau und einer Herkunft aus schwierigen Familienverhältnissen.

WELT: Überwiegt hier der Migrationshintergrund?

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