Ernährung: Verarbeitete Fleischprodukte erhöhen das Demenzrisiko

Demenzrisiko steigt durch verarbeitetes Fleisch

Der tägliche Verzehr von verarbeitetem Fleisch scheint mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Demenz verbunden sein. In einer aktuellen Studie hat sich gezeigt, dass täglich verarbeitetes Fleisch konsumierende Menschen eine deutliche erhöhte Wahrscheinlichkeit für Demenz aufweisen.

Die Ergebnisse der neuen Untersuchung heben den Verzehr von verarbeitetem Fleisch als potenziellen Risikofaktor für das Auftreten von Demenz hervor, beichten die Forschenden der University of Leeds und der Yale School of Public Health zusammen. Die entsprechende Untersuchung wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“ publiziert.

Auswirkungen einer täglichen Scheibe Speck auf Demenzrisiko

Die Forschungsgruppe hat für ihre Untersuchung die Daten von knapp 500.000 Menschen aus der UK Biobank ausgewertet und so herausgefunden, dass der Verzehr von 25 Gramm verarbeitetem Fleisch pro Tag – dies entspricht einer Scheibe Speck – mit einem um 44 Prozent erhöhten Risiko für die Entwicklung von Demenz verbunden ist.

Schutzwirkung durch unverarbeitetes rotes Fleisch?

Die Ergebnisse zeigen allerdings auch, dass der Verzehr von unverarbeitetem rotem Fleisch, wie Rind-, Schweine- oder Kalbfleisch, nach Aussage der Fachleute tatsächlich mit einer Schutzwirkung verbunden sein könnte: Menschen, welche 50 Gramm unverarbeitetes rotes Fleisch pro Tag verzehrten, hatten ein um 19 Prozent geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken.

Welche Rolle spielt Ernährung bei Demenzrisiko?

„Weltweit steigt die Prävalenz von Demenz und die Ernährung als modifizierbarer Faktor könnte dabei eine Rolle spielen. Unsere Forschung ergänzt die wachsende Zahl von Belegen, die den Verzehr von verarbeitetem Fleisch mit einem erhöhten Risiko für eine Reihe von nicht übertragbaren Krankheiten in Verbindung bringen“, erklärt Studienautor Huifeng Zhang von der School of Food Science and Nutrition der University of Leeds in einer Pressemitteilung.

Die ausgewerteten Daten, die zwischen 2006 und 2010 von der UK Biobank erhoben wurden, beinhalteten, wie oft die Teilnehmenden verschiedene Fleischsorten konsumierten, mit sechs Optionen von nie bis einmal oder öfter täglich. Bei der Studie wurde nicht speziell der Einfluss einer vegetarischen oder veganen Ernährung auf das Demenzrisiko untersucht, aber sie beinhaltete Daten von Personen, die angaben, kein rotes Fleisch zu essen.

Was für Menschen erkrankten bevorzugt an Demenz?

Unter den Teilnehmenden traten über eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von acht Jahren 2.896 Fälle von Demenz auf. Diese Menschen waren in der Regel älter, wirtschaftlich benachteiligt, weniger gebildet, rauchten eher, waren weniger körperlich aktiv, hatten häufiger einen Schlaganfall in ihrer medizinischen Vorgeschichte und Fälle von Demenz in der Familie. Außerdem waren sie eher Träger eines speziellen Gens, welches stark mit Demenz assoziiert ist. Insgesamt wurden in der Studienpopulation mehr Männer als Frauen mit Demenz diagnostiziert, fassen die Fachleute zusammen.

Welche Rolle spielte das genetische Risiko?

Einige Menschen hatten aufgrund bekannter genetischer Faktoren ein drei- bis sechsmal höheres Risiko, an Demenz zu erkranken, aber die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Risiken durch den Verzehr von verarbeitetem Fleisch dieselben waren, unabhängig davon, ob eine Person genetisch für die Entwicklung der Krankheit prädisponiert war oder nicht, berichten die Fachleute.

Was für Personen nehmen viel verarbeitetes Fleisch zu sich?

Menschen, die größere Mengen an verarbeitetem Fleisch verzehrten, waren mit größerer Wahrscheinlichkeit männlich, weniger gebildet, Raucher, übergewichtig oder fettleibig, hatten eine geringere Aufnahme von Gemüse und Obst und dafür eine höhere Aufnahme von Kalorien, Protein und Fett (einschließlich gesättigter Fette), berichtet das Team.

Der Fleischkonsum wurde schon früher mit dem Risiko für Demenz in Verbindung gebracht, aber dies ist vermutlich die erste groß angelegte Studie mit Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum, die einen Zusammenhang zwischen bestimmten Fleischarten und -mengen und dem Demenzrisiko untersucht, erläutern die Forschenden.

„Alles, was wir tun können, um mögliche Risikofaktoren für Demenz zu erforschen, kann uns helfen, die Raten dieser Erkrankung zu reduzieren. Diese Analyse ist ein erster Schritt, um zu verstehen, ob das, was wir essen, dieses Risiko beeinflussen könnte“, fügt Studienautorin Professorin Janet Cade von der University of Leeds hinzu. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Huifeng Zhang, Darren C Greenwood, Harvey A Risch, David Bunce, Laura J Hardie et al.: Meat consumption and risk of incident dementia: cohort study of 493,888 UK Biobank participants, in American Journal of Clinical Nutrition (veröffentlicht 22.03.2021), American Journal of Clinical Nutrition
  • University of Leeds: Eating processed meat could increase dementia risk (veröffentlicht 22.03.2021), University of Leeds

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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